Samstag, 17. Januar 2015

[Rezension] "Kuss des Tigers" von Colleen Houck


Auch erhältlich als Taschenbuch oder eBook

Eine Liebe für die Ewigkeit
Nie im Leben hätte die achtzehnjährige Kelsey Hayes gedacht, dass sie einmal nach Indien reisen würde. Und schon gar nicht mit einem Tiger als Reisegefährten! Doch ihr Ferienjob im Zirkus Maurizio verändert ihr Leben ein für alle Mal, denn dort begegnet sie Ren, dem majestätischen weißen Tiger. Sofort spürt Kelsey, dass zwischen ihr und dem Tiger eine ganz besondere Verbindung besteht.
Als sie gebeten wird, Ren nach Indien zu bringen, um ihn dort auszuwildern, zögert sie keine Sekunde, ihren Schützling zu begleiten. In dem fremden Land angekommen, erfährt sie, dass Ren ein tragisches Geheimnis verbirgt: Er ist ein verwunschener indischer Prinz, der einst von einem mächtigen Magier dazu verdammt wurde, sein Leben als Tiger zu verbringen. Im Laufe der Zeit hat er die Hoffnung aufgegeben, jemals Erlösung zu finden – bis er in Kelsey das Mädchen kennenlernt, das hinter die Fassade der wilden Bestie zu blicken vermag. Doch finstere Mächte wollen Rens Befreiung verhindern. Wird die Liebe Kelseys zu ihrem Tigerprinzen ausreichen, um Ren zu helfen?




Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Zur Geschichte passt es natürlich auch noch. Immerhin geht es um einen weißen Tiger mit blauen Augen. Absolut gelungenes Cover.
Der Klappentext hat mir vor dem Lesen sehr gut gefallen und mich auch neugierig auf das Buch gemacht. Nach dem Lesen muss ich allerdings sagen, dass er doch auch ein wenig irreleitend ist. Ich möchte jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber den letzten Satz finde ich so schon etwas unpassend. 
Hier klingt es nämlich nach dem verwunschenen Frosch (in diesem Fall Tiger) der nur geliebt (bzw. geküsst) werden muss, um dem Fluch zu entkommen. Dabei steckt so viel mehr in dieser Geschichte.


Wie schon oben erwähnt, hatte der Inhalt viel mehr zu bieten, als ich es vom Klappentext erwartet hätte. Ich wurde also durchaus positiv überrascht.
Das Setting in Indien, zu großen Teilen im Dschungel, hat mir wirklich gut gefallen und war auf jeden Fall mal etwas neues für mich.
Doch anfangen tut die Geschichte in Oregon. Hier lernen wir Kelsey kennen. Ihr Umfeld bleibt dabei leider ziemlich im Hintergrund. Nachdem sie gerade ihren 18. Geburtstag gefeiert hat, macht sie sich auch schon auf den Weg nach Indien, in Begleitung eines fremden Mannes und eines Tigers. Das fand ich zwar etwas weit hergeholt, aber die Geschichte musste natürlich erst einmal in Gang kommen. Darum konnte ich darüber recht gut hinweg sehen.

Als die Reise dann los ging, hätte ich das Buch stellenweise am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt, weil es mich einfach so gefesselt hat. Die Abenteuer und Prüfungen, die Kelsey und Ren durchleben lasen sich für mich, als wäre ich live dabei.
Insgesamt kam ich mir meistens vor, als würde ich eine Mischung aus Indiana Jones und einem Märchen aus 1001 Nacht lesen. Absolut gelungen.. wären da nicht die letzten ca. 100 Seiten. Hier schlägt die Geschichte plötzlich komplett um. Sie bleibt zwar weiterhin spannend und fesselnd, aber Kelsey macht mit ihrer Art und ihrem Verhalten dann doch leider einiges zu nichte. 
Diese letzten Seiten lasen sich für mich leider ein wenig so, als wäre der Autorin eingefallen, dass ja noch weitere Bände folgen sollen und sie es Ren und Kelsey darum nicht zu leicht machen dürfte. Schade.
Bewertung: 4/5


Kelsey als Protagonistin war mir zu Anfang gleich sympathisch. Leider konnte sich das, wie oben schon geschrieben, aber nicht das ganze Buch über halten. Das ganze Buch über reagierte und verhielt sie sich zwar immer mal wieder etwas seltsam und nicht immer nachvollziehbar, aber diese Wendung am Ende war für mich dann leider absolut zu viel. Plötzliche Selbstzweifel, gepaart mit einer ordentlichen Portion Zickereien machten die letzten Kapitel leider zu dem genauen Gegenteil eines Lesevergnügens. Vor allem, weil ich nicht so recht nachvollziehen konnte, wo diese Haltung urplötzlich herkam. Und dann das gegensätzliche Verhalten gegenüber Kishan, obwohl sie ihn soviel wneiger kennt. Nein, in den letzten Kapiteln hat Kelsey es mir wirklich nicht leicht gemacht und es sich ein wenig mit mir verscherzt.
Ren und seinen Bruder Kishan hingegen konnte ich durchweg gut leiden. Sie verkörperten in meinen Augen die perfekte Mischung aus Prinzen vergangener Zeit und "modernen" jungen Männern. Mit der lockeren Art und Leichtigkeit mit der sie das Leben die meiste Zeit angehen, konnten sie mich sehr gut unterhalten.
Mr. Kadam war auch ein sehr sympathischer Zeitgenosse, der nicht nur mit seinem Wissen, sondern auch mit einem offenen Ohr immer parat stand. 
Insgesamt hätten die Charaktere zwar alle ein wenig mehr Tiefe vertragen können, aber sie haben ja noch drei weitere Bände, um sich zu entwickeln.
Bewertung: 3,5/5


Colleen Houck schreibt flüssig und nachvollziehbar. Die Szenen und Gefühle, die sie beschreibt konnte ich mir sehr gut vorstellen, wenn auch nicht immer nachvollziehen. 
An einigen Stellen wurde es mir dann aber doch etwas zu ausschweifend. Bei der Landschaft und Umgebung fand ich es noch wirklich gut, dass die Autorin es sehr detailliert beschreibt. Aber wenn es dann um die Kleidung der Charaktere geht? Ganz ehrlich, über eine Seite lang nur die Beschreibung eines Kleides, eines Hemdes oder einer Hose zu lesen ... das ist ein wenig zu viel des guten.
Bewertung: 4,5/5


Eine gelungene Mischung aus Abenteuerroman und Märchen aus 1001 Nacht, bei der mir die Protagonistin am Ende leider gar nicht mehr gefallen hat.
Dennoch freue ich mich auf ihre weitere Entwicklung und die Suche nach den nächsten 3 Artefakten.

4/5

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