Posts mit dem Label Kurzmeinung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kurzmeinung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 13. Juli 2016

[Kurzrezension] Lily - So Sexy von Monica Murphy

Auch als eBook erhältlich

Achtung! Da es sich um eine Fortsetzung handelt, können Klappentext und/oder Rezension Spoiler enthalten!

Ich bin einfach davongelaufen. Dieses Mal weit weg, so dass mich auch meine jüngeren Schwestern Violet und Rose nicht einholen können. Auf Hawaii kennt niemand die Chaotin Lily Fowler. Und ich genieße jede Minute. Nun sind alle böse auf mich, und ich weiß nicht, an wen ich mich noch wenden kann … außer Max.



Lily ist nun die dritte und letzte Schwester aus der Fowler-Familie, welche wir auf ihrem Weg begleiten dürfen. Daher wusste ich ja nun auch schon in etwa, was mich vom Stil her erwartet.
Der ganze Start der Geschichte wirkte leider sehr konstruiert. Denn rein von der Theorie her, hätte Max seinen Job schon innerhalb der ersten 20 Seiten erledigt haben und alles wäre erledigt. Aber natürlich muss die Geschichte zwischen den beiden erst einmal in Gang kommen.
Aber auch im weiteren Verlauf treffen beide Protagonisten Entscheidungen, welche mir so nicht wirklich nachvollziehbar erscheinen. Nicht im Sinne von "würde ich niemals so machen", sondern wirklich so, dass es regelrecht unlogisch und eben einfach konstruiert erscheint.
Der Schreibstil bzw. die Wortwahl ist mir dieses Mal nicht ganz so oft negativ aufgefallen, wie bei Rose. Vielleicht liegt es daran, dass bestimmte Worte wirklich seltener benutzt wurden, vielleicht daran, dass ich mich schon vorher drauf eingestellt habe.
Den (fehlerhaften) Wechsel zwischen du und Sie erwähne ich mal nur am Rande, denn da scheitert es bei Übersetzungen ja ab und zu dran. Es ist mir auch nur einmal besonders aufgefallen.
Wie die beiden vorhergehenden Bände auch, war dieser Abschlussband gut zu lesen und unterhaltsam. Eben "okay", aber nichts wirklich besonderes, wie ich leider sagen muss. Besonders schade finde ich bei der Gesamtbetrachtung, dass wir drei so unterschiedliche Schwestern kennen lernen, aber im Prinzip dreimal die genau gleiche Story aufgetischt bekommen. Bei Lily hat mir nun die Geschichte drum herum ein kleines bisschen besser gefallen und sie war auch etwas spannender, aber da wird leider auch wieder einiges an Potenzial verschenkt und nicht ausgeschrieben.
Vielleicht wäre es spannender gewesen, alle drei Schwestern in einem Buch zusammen zu fassen, welches als Schwerpunkt die Geschichte um Pilar behandelt. Denn genau diese wird mir für ihr Potenzial viel zu nebensächlich behandelt.


(3/5)

Montag, 11. Juli 2016

[Kurzrezension] Verfolgt im Mondlicht von C.C. Hunter

Auch als Taschenbuch oder eBook erhältlich

Achtung! Da es sich um eine Fortsetzung handelt, können Klappentext und/oder Rezension Spoiler enthalten!

Endlich der 4. Band der Erfolgsserie Shadow Falls Camp – das Camp für alle mit übernatürlichen Kräften
Feen, Hexen, Gestaltwandler, Vampire und Werwölfe leben im Shadow Falls Camp. Doch die sechzehnjährige Kylie ist anders als sie alle, und hat trotzdem etwas mit ihnen gemeinsam: Sie kann jedes Wesen sein …

Kylie hat es endlich geschafft: Sie hat herausgefunden, was sie ist. Doch damit ist nur eins von vielen Rätseln gelöst. Denn über ihre Art ist kaum etwas bekannt. Wie kann sie ihre übernatürlichen Kräfte einsetzen, und was ist das für ein geheimnisvolles Flüstern im Wald, das nur sie hören kann?
Außerdem verhält sich Lucas seltsam, nun da es sicher ist, dass sie keine Werwölfin ist. Derek hingegen akzeptiert ihre Identität und ist für sie da. War es falsch, ihn abzuweisen?

Als plötzlich ein furchterregender Geist auftaucht, muss Kylie sich beeilen, um jemanden der ihren vor einer schrecklichen Gefahr retten zu können. Dabei wird ihr mehr und mehr klar, dass Veränderungen unausweichlich sind, und alles irgendwann ein Ende finden muss. Vielleicht auch ihre Zeit im Shadow Falls Camp …

Wie wird Kylie sich entscheiden? Finde es heraus im 4. Band der ›Shadow Falls Camp‹-Serie (Quelle: S. Fischer Verlage)



Nachdem am Ende des 3. Bandes der Reihe um Kylie und das Shadow Falls Camp ihre Art nun endlich einen Namen hat, habe ich mich sehr darauf gefreut, gemeinsam mit ihr und ihren Freunden mehr über sie und ihre Fähigkeiten zu erfahren und habe sogleich zum nächsten Teil gegriffen.
Die Freude wurde dann leider ziemlich schnell wieder etwas gedämpft. Denn für mich war schon vor dem Ende von Band 3 in etwa klar, was es mit Kylie auf sich hat. Dass nun hier das halbe Buch darauf verschwendet wird, es jedem einzelnen zu erzählen, was Kylie ist (und zwar wirklich jedem einzeln ... wiederholt das gleiche/sehr ähnliche Gespräch) und darüber zu philosophieren, was es denn nun damit auf sich hat, hätte ich nicht erwartet. Denn es ist doch eigentlich recht offensichtlich. Für mich wirkte das Buch daher einige Zeit als künstlich in die Länge gezogen.
Die Geschichte um Kylies neuen Geist bringt dann wieder etwas mehr Schwung rein, obwohl mir auch hier relativ schnell klar war, wie die Sache sich entwickeln wird. Dies aber eher rien intuitiv und nicht, weil es anhand der Fakten absehbar gewesen wäre.
Nach dem etwas schleppenden Einstieg, nimmt die Geschichte wieder das gewohnte Tempo auf, was durch den flüssigen und sehr leichten Schreibstil natürlich unterstützt wird.
Einige Wendungen am Ende konnten mich nicht nur überraschen, sondern treiben mich auch dazu an, sehr bald, wenn nicht sogar gleich im Anschluss mit dem finalen fünften Band zu beginnen.

(4/5)

Samstag, 9. Juli 2016

[Kurzrezension] Entführt in der Dämmerung von C.C. Hunter

Auch als Taschenbuch und eBook erhältlich

Achtung! Da es sich um eine Fortsetzung handelt, können Klappentext und/oder Rezension Spoiler enthalten!

Endlich wird Kylie herausfinden, was sie wirklich ist … 
Der 3. Band der Erfolgsserie Shadow Falls Camp

»Geh, und stell dich deiner Vergangenheit – dann wirst auch du deine 
Bestimmung finden!«

Diese geheimnisvolle Prophezeiung geht Kylie nicht mehr aus dem Kopf. Gemeinsam mit Hexen, Vampiren, Gestaltwandlern, Feen und Werwölfen ist sie im Shadow Falls Camp – und Kylie hat keinen sehnlicheren Wunsch, als endlich herauszufinden was sie ist und wer ihre wahre Familie ist. Außerdem fragt sie sich noch immer welcher Junge der Richtige für sie ist. Lucas und Kylie kommen sich zwar immer näher, aber dann erfährt sie, dass sein Rudel ihre Beziehung nicht gutheißt. War es falsch, sich für Lucas zu entscheiden? 

Um sich vom Liebeschaos abzulenken, versucht Kylie einem Geist zu helfen, der sein Gedächtnis verloren hat und es nur schafft, immer wieder eine mysteriöse Nachricht zu wiederholen:
»Jemand wird leben … aber jemand anderes muss sterben.«
Um diese Botschaft zu entschlüsseln, muss Kylie jedoch den sagenumwobenen, furchteinflößenden Friedhof von Shadow Falls betreten. Vielleicht kann sie dort endlich das Geheimnis ihrer Identität lösen – die ganz anders ist, als sie es sich je hätte vorstellen können. (Quelle: S. Fischer Verlage)



Zugegeben, es ist mal wieder "ewig" her, seit ich die ersten Bände dieser Reihe gelesen habe und so genau weiß ich auch gar nicht, warum ich sie nicht schon längst weiter verfolgt habe. Nun war es aber endlich so weit.
Anfangs merkte ich schon, dass mir recht viele Details fehlten und so verlief der Einstieg in die Geschichte relativ holprig. Das liegt aber nicht daran, dass es irgendwie schlecht oder langweilig geschrieben wäre, sondern einfach daran, dass ich ein verdammt schlechtes Namensgedächtnis habe. Mit jeder Seite, die ich las, kam die Erinnerung aber mehr und mehr zurück und ruck zuck war ich wieder in Kylies Welt eingetaucht und es fiel mir jedes Mal schwer, wieder aufzutauchen. 
Der Schreibstil ist so flüssig, dass man einfach nur so durch die Seiten fliegt. Manches Mal ist er vielleicht extrem umgangssprachlich, aber da es sich um ein Jugendbuch handelt, finde ich das gar nicht verwerflich.
Gut gefallen hat mir hier besonders, dass man merkt, das Kylie langsam aber sicher erwachsener wird. Haben mich ihre Liebesgeschichten in den ersten beiden Bänden eher gestört, merkt man hier deutlich einen Fortschritt darin, wie sie damit umgeht und man merkt auch schon, dass sie nun endlich eine Entscheidung trifft/treffen will. Das es ab und an noch Zweifel gibt finde ich gar nicht schlimm, denn Zweifel gehören doch zum Leben und gerade zum Erwachsen werden dazu.
Auch wenn die Enthüllung, was Kylie ist, mich nicht wirklich überraschen konnte, ist es doch nun schön, endlich einen Namen dafür gefunden zu haben. Und eine überraschende Wendung gegen Ende gab es immerhin auf anderer Ebene. 
Insgesamt hat es unheimlich viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und da ich nicht wirklich etwas auszusetzen habe, bekommt es ganz klar die vollen 5 Sterne.

(5/5)

Mittwoch, 6. Juli 2016

[Kurzrezension] Stepbrother Dearest von Penelope Ward

Auch als eBook erhältlich

Greta freut sich auf das letzte Jahr an der Highschool, vor allem da ihr Stiefbruder Elec, dem sie noch nie begegnet ist, für das Abschlussjahr zu ihnen ziehen soll. Doch Elec stellt sich als rebellischer Macho heraus, der jeden Abend ein anderes Mädchen mit nach Hause bringt – am meisten aber hasst Greta die Art, wie ihr Körper auf ihn reagiert. Und als eine gemeinsame Nacht alles verändert, ist es auch um ihr Herz geschehen. Doch so schnell wie Elec in Gretas Leben getreten ist, so schnell verschwindet er auch daraus. Jahre später begegnet sie ihm wieder und muss feststellen, dass aus dem Teenager ein Mann geworden ist, der immer noch die Macht besitzt, ihr Herz in tausend Teile zu zerbrechen ... (Quelle: Random House)



Das Buch ist in zwei Teilen aufgebaut. Im ersten erleben wir als Leser, wie sich Greta und Elec mit 17 Jahren kennenlernen. Im zweiten, wie sie sich 7 Jahre später wieder begegnen.
Ich persönlich würde das Buch aber sogar in 3 Teile gliedern.
Aber ich will mal vorne anfangen. Der erste Teil hatte mich sehr schnell gefesselt und ich wollte gar nicht mehr so richtig aufhören zu lesen. Auch wenn es sicher keine Geschichte ist, die das Rad neu erfindet, ließ es sich sehr gut lesen und war doch irgendwie besonders. Etwas überrascht hat mich, dass das Problem gar nicht so sehr in der Tabu-Beziehung zwischen Stiefgeschwistern bestand, sondern anders gelagert war. Da hatte ich mir bei dem Titel des Buches etwas anderes erwartet. Schlimm war das aber ganz und gar nicht und so oder so habe ich die ersten 140 Seiten nur so verschlungen und wurde auch emotional mitgenommen.
Mit dem Beginn des zweiten Teils wurde schnell klar, dass hier "aus den Augen aus dem Sinn" nicht funktioniert hat. Beide Protagonisten hängen noch sehr an einander bzw. an ihrer gemeinsamen Vergangenheit und die Spannungen zwischen ihnen sind deutlich zu spüren. Klar treten nun, 7 Jahre später, andere Probleme und Missverständnisse auf. 
Auch dieser Teil konnte mich die meiste Zeit mitnehmen und auch die Emotionen spüren lassen. Allerdings hatte ich hier auch manchmal das Gefühl, dass sich insbesondere Greta in den vergangenen Jahren kaum verändert und weiter entwickelt hat und ganz schnell wieder in die Rolle des schmachtenden jungen Mädchens verfällt. 
Der inoffizielle dritte Teil begann für mich, als Greta Elecs Manuskript zu lesen beginnt. HIer wurde es stellenweise regelrecht langweilig. Natürlich ist es eine tolle Idee, um seine Sicht der Dinge einfließen zu lassen und eine deutlich bessere Wahl, als seine Sicht als extra Buch/zweiten Teil herauszubringen. Aber warum muss man dann in diesen Abschnitten die Gespräche noch mal 1:1 niederschreiben bzw. eben einfach nur kopieren? Die meisten davon waren nun wirklich nicht so wichtig und tragend in ihrer Rolle, dass ich sie innerhalb von 300 Seiten gleich zweimal komplett lesen musste.
Das Ende war dann leider für meinen Geschmack viel zu kitschig und auch irgendwie absehbar.
Leider gab es für mich auch ein paar Ungereimtheiten. So frage ich mich zum Beispiel immer noch, warum die beiden nicht einfach versucht haben, Kontakt zu halten. Immerhin sind sie schon zu dem Zeitpunkt ihrer ersten Trennung mehr oder weniger erwachsen und somit durchaus in der Lage, sich etwas für eine gemeinsame Zukunft einfallen zu lassen. Mir wurde da zu wenig klar, warum sie sich gegen den Versuch entschieden haben. Oder, ein anderes Beispiel: Die SMS die nie aufgeklärt wird.
In Teil 1 war ich mir noch sicher, dass es eine 5-Sterne-Bewertung geben wird, bei der ersten Hälfte des 2. Teils schwankte ich dann zwischen 4 und 5 Sternen. Mit dem letzten Teil und dem Ende wurde dann aber doch sehr schnell klar, dass ich hier "nur" 4 Sterne vergeben kann, egal wie gut es gestartet ist.


(4/5)

Mittwoch, 29. Juni 2016

[Kurzrezension] Weil du mir den Kopf verdrehst von Lia Riley

Auch als eBook erhältlich

Ihn zu finden war schwer. Ihn gehen zu lassen ist unmöglich.

Talias Leben ist ein Chaos. Sie hat ihre Schwester verloren, ihre Uninoten sind katastrophal und ihre Mutter hat die Familie gegen ein Leben auf Hawaii eingetauscht. In Australien will Talia für sechs Monate ein unbeschwertes Leben führen. Alles läuft nach Plan, bis sie Bran kennenlernt – einen sexy Typen mit unglaublich grünen Augen … 
Bran hat das mieseste Jahr seines Lebens hinter sich. Vor allem wegen eines Mädchens, das seine Träume in Scherben gelegt hat. Als er die Bruchstücke wieder zusammenfügen will, verdreht ihm ausgerechnet eine Austauschstudentin aus Kalifornien den Kopf. Soll er der Liebe eine zweite Chance geben? (Quelle: Random House)



Wer meinen Blog ein wenig verfolgt, hat vielleicht schon mitbekommen, dass mich Bücher aus dem Genre New Adult in letzter Zeit irgendwie nicht so begeistern konnten. Ich fand die meisten zwar okay, aber eben nicht mehr. Oft erschienen sie mir irgendwie als "langweilig". 
Langsam begann ich daran zu zweifeln, ob es denn nun wirklich an den Büchern lag oder doch eher an mir. Vielleicht war ich etwas übersättigt und deswegen stellte sich das Gefühl ein, dass ich irgendwie schon "alles" gelesen hätte? tatsächlich spielte ich schon mit dem Gedanken, erst einmal wieder etwas Abstand von diesem Genre zu nehmen.
Doch dann habe ich mit Upside Down begonnen und war recht schnell davon überzeugt, dass ich mit diesem Buch wieder Spaß am Genre finden würde und genau so kam es dann auch. Dieses Buch war mal wieder eine New Adult Geschichte ganz nach meinem Geschmack.
Beide Protagonisten haben ihre Päckchen zu tragen und dabei handelt es sich um wirkliche Dämonen der Vergangenheit. Nicht so ein "Möchtegern-Problem", wie ich es in letzter Zeit häufiger mal gelesen habe. Beide Protagonisten müssen lernen, diese Dämonen hinter sich zu lassen und einen Neustart zuzulassen. Der Weg wie es ihnen mal mehr und mal weniger gelingt wirkte auf mich sehr authentisch. Einiges ging dabei sicher auch etwas zu schnell von Top zu Flop und wieder zurück, aber so ist es doch manches Mal tatsächlich im Leben. Wer kennt es nicht, dass man, indem man etwas tut, schon merkt, dass man lieber anders gehandelt hätte?
Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Er ist recht locker und jugendlich, dabei aber nicht zu umgangssprachlich oder platt. Besonders Wortneuschöpfungen wie Kommunikationsninja oder ??? brachten mich häufiger zum Schmunzeln.
Gut gefallen hat mir auch, dass es zwar die typischen Perspektivwechsel zwischen ihr und ihm gab, aber diese waren hier nicht starr nach jedem Kapitel, sondern wirklich nur bei Bedarf, was überflüssige Dopplungen vermied.
Zu guter letzt sei noch erwähnt, das mir Talias Art total gut gefallen. Sie wirkte stellenweise etwas "rotzig", was sie in diesem Fall aber nur sympathischer machte. Sie sieht das ganze Leben durch eine Maske des Sarkasmus und der Ironie, was zwar auf der einen Seite traurig, auf der anderen Seite aber auch oft sehr unterhaltsam war. 
Das einzige, was ich etwas schade fand war, dass auf die Hintergründe bzw. die Besonderheiten der Protagonisten etwas zu wenig eingegangen wurde. Bran wird eingeführt als Umwelt-Aktivist, was aber im weiteren Verlauf dann kaum eine Rolle spielt und auch aus den Zwangsstörungen von Talia hätte man sicher noch mehr rausholen können.
Alles in allem aber ein Roman, der mich davon überzeugt hat, dass ich doch noch nicht am Genre übersättigt und es immer noch echte Schätze zu entdecken gibt.


(4/5)

Dienstag, 28. Juni 2016

[Kurzrezension] Zehn Dinge, die wir lieber nicht getan hätten von Sarah Mlynowski

Auch als eBook erhältlich

Zwei beste Freundinnen, ein Schuljahr ohne Eltern – und zehn (un)verzichtbare Erfahrungen

Die ganze Nacht durchfeiern, Marshmallows zum Frühstück und einfach mal nicht aufstehen, wenn man keine Lust dazu hat – zu schön, um wahr zu sein? Nicht für die 16-jährige April, die nach dem überstürzten Jobwechsel ihres Vaters mitten im Schuljahr zu ihrer besten Freundin Vi zieht, offiziell unter der Aufsicht von Vis Mutter, in Wirklichkeit aber sind die beiden Mädchen allein und genießen ihre nahezu grenzenlose Freiheit. Dass der Traum auch Schattenseiten hat, wird April erst nach einer Weile bewusst. Und nicht nur weil es schön wäre, wenn der Kühlschrank mal wieder mit Essbarem gefüllt würde … (Quelle: Random House)



"Zehn Dinge, die wir lieber nicht getan hätten" stand schon eine gefühlte Ewigkeit erst auf der Wunschliste, dann eine Weile auf dem SuB und nun ließ sich damit die Aufgabe zu gleich zwei Challenges lösen, weswegen ich endlich dazu gegriffen habe. Und es hätte sich zu keinem besseren Zeitpunkt so ergeben können.
Gelesen habe ich das Buch nämlich genau über die paar richtig sommerlichen Tage, welche wir hatten. Und genau dort passt es hin. Denn auch wenn der größte Teil des Buches eigentlich im Winter spielt, ist es für mich ein richtiges Sommerbuch.
Eine locker-leichte Geschichte mit echten Themen, welche Jugendliche beschäftigt und älter Leser wie mich zum Schmunzeln bringen kann, während man in Erinnerungen schwelgt. 
Auch wenn es um Dinge gehen soll, welche die Protagonistin lieber nicht getan hätte, ist die Geschichte keineswegs mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern viel mehr mit einem Haufen Humor erzählt. Und sind wir mal ehrlich: Wer würde schon gerne auf die Erfahrungen verzichten, die man mit 16 gemacht hat, auch wenn sie im Rückblick mit Sicherheit nicht alle vernünftig waren? Also ich jedenfalls nicht.
Einige Dinge, die sich in diesem Buch ereignen und wie sie sich entwickeln sind sicher sehr weit hergeholt und gerade gegen Ende erscheint alles irgendwie zu einfach und ein wenig durch die rosarote Brille betrachtet. Dennoch macht das auch irgendwie den Charme des Buches aus und macht es eben, wie oben schon erwähnt, zu einem fast perfekten Sommerbuch.
(4/5)

Montag, 27. Juni 2016

[Kurzrezension] Rose - So wild von Monica Murphy

Auch als eBook erhältlich

Achtung! Da es sich um eine Fortsetzung handelt, können Klappentext und/oder Rezension Spoiler enthalten!

Anders als meine beiden Schwestern Violet und Lily stehe ich nie im Mittelpunkt. Jetzt bin ich an der Reihe. Die Zeit ist gekommen, meine Schwestern in den Schatten zu stellen, alles hinter mir zu lassen – und schon laufe ich direkt in die Arme eines geheimnisvollen Fremden. Doch was, wenn Caden mehr ist, als ich wollte? Sicher, bei ihm fühle ich mich begehrenswert und frei, doch da ist noch mehr, das ich nicht ganz einordnen kann – etwas Gefährliches. Vielleicht hat sich unsere „zufällige“ Begegnung doch nicht einfach so ergeben. Vielleicht hat er aus gutem Grund nach mir gesucht. Was immer seine Beweggründe sein mögen – ich kann nicht mehr zurück.

Und vielleicht will ich das auch gar nicht. (Quelle: Random House)



Nachdem Violet mich im ersten Band der Reihe nur bedingt überzeugen konnte, war ich gespannt, wie es sich mit Rose verhalten würde. Recht schnell zeigte sich, dass es hier durch andere Kritikpunkte auf das gleiche Ergebnis hinauslaufen würde, wie beim Vorgänger.
Das Buch erschien mir von der ersten Seite an als sehr kurzweilig. Allerdings hätten es trotzdem auch hier rund 100 Seiten weniger locker getan. Denn diese bestanden aus ausführlichen Erzählungen, welche Praktiken und in welchen Stellungen die sexuellen Begegnungen denn von den Protagonisten ausgelebt wurden. Klar, bei einem Buch, dass ins Genre erotischer Liebesroman fällt, gehört das dazu. Allerdings brachte es die Geschichte lange Zeit wirklich gar nicht voran und hier hätte man sicher etwas kürzen können. Vielleicht habe ich es auch als so extrem gehäuft gefunden, weil ich in diesem Teil wirklich kein Fan der Wortwahl war. Sowohl im direkten Bezug auf die Worte, welche genutzt wurden, als auch im Bezug auf die Häufigkeit der Wiederholungen.
Rose fand ich im Vergleich zu Violet in Teil 1 der Reihe deutlich interessanter und hatte bei ihr auch mehr das Gefühl, dass sie für sich einsteht und auch wirklich für das kämpft was sie will und nicht einfach alles geschehen und mit sich machen lässt. Etwas seltsam fand ich hier nur, wie sie die Gewichtigkeit der Probleme um Caden verteilt.
Caden hätte ebenfalls ein sehr interessanter Charakter sein können, hat mich aber leider oft auch sehr genervt. Sein Bad Boy Image war irgendwie reines Gehabe und sein Selbstmitleid konnte ich auch nicht immer ertragen. Ehrlich gesagt musste ich bei ihm häufig an Edward aus der Twilight-Saga denken … und schon bei diesem fand ich dieses ständige Gejammere, dass er ja viel zu gefährlich für die Protagonistin sei einfach nur nervig. Noch schlimmer wird es dann aber, wenn genau dieser Protagonist dann einem anderen Selbstmitleid vorwirft.
Alles in allem hatte ich aber meinen Spaß mit dem Buch, auch wenn sich das hier nicht immer so anhört und mochte die Wortwechsel zwischen Rose und Caden. Auch die Tatsache, dass Violet und Ryder in diesem Buch wieder eine mehr oder weniger aktive Rolle übernehmen mochte ich lieber, als wenn es zwar als Reihe ausgelegt ist, aber eigentlich nichts miteinander zu tun hat.


(3/5)

Freitag, 17. Juni 2016

[Kurzrezension] Sonnenschwinge von Lia Haycraft


Achtung! Da es sich um eine Fortsetzung handelt, können Klappentext und/oder Rezension Spoiler enthalten!

Gerade stand Ruben noch in der Tate Gallery in London, jetzt befindet er sich plötzlich in Axikon, der Welt der unendlichen Nacht. Neugierig lässt er sich auf diesen magischen Ort ein und begegnet der hübschen und geheimnisvollen Sotai, die aussieht wie ein Mensch, sich jedoch in den Wind verwandeln kann. Vom ersten Moment an ist Ruben von ihr fasziniert, obwohl auf der Erde seine Verlobte wartet. Ruben will sich auf das Abenteuer einlassen, doch kein Mensch darf in dieser Welt bleiben und so will Sotai ihn unentdeckt zur Erde zurückzubringen. Jedoch müssen beide bald feststellen, dass ihr Vorhaben weitaus gefährlicher ist, als es anfangs scheint … (Quelle: Amazon)



Sonnenschwinge ist eines dieser Bücher, auf die ich mich schon sehr lange gefreut habe. Denn die beiden Vorgänger Mondtochter und Mondschwinge gehörten letztes Jahr zu meinen Highlight-Büchern. Daher freute ich mich besonders, dass es nun endlich zurück nach Axikon gehen konnte.
Sonnenschwinge ist der dritte Teil der Reihe, kann aber dank „neuer“ Protagonisten auch als Einzelband gelesen werden. Dennoch sollte man die beiden vorhergehenden Bände meiner Meinung nach besser kennen, damit man auch alle Geschehnisse in diesem Roman richtig erfassen und verstehen kann.
Denn genau das ist ein großer Pluspunkt für diese Geschichte. Obwohl neue Charaktere im Mittelpunkt stehen, bekommen auch die Protagonisten aus den ersten beiden Büchern ihre Rollen zugeteilt. Somit gab es eine gelungene Mischung aus neu kennenlernen und wieder treffen „alter Bekannter“. Denn genau so fühlte es sich an, wenn Kasumi und Ivan, oder auch Lucija und Sander auftraten. Sehr gelungen in den Haupthandlungsstrang eingebaut.
Der Schreibstil ist wieder äußerst angenehm und einmal am Lesen merkte ich kaum wie die Zeit vergeht und wollte am liebsten vor der letzten Seite nicht mehr halt machen. Und das obwohl die ganze Geschichte doch sehr vorhersehbar ist.
Ich hatte mich nach dem Epilog von Mondschwinge schon sehr auf Miro gefreut, weshalb ich es schade fand, dass man ihn hier doch gar nicht so großartig kennengelernt hatte. Stattdessen war mir relativ schnell klar, worauf es hinauslaufen würde, was aber auch okay war. Statt großer Spannung gab es große Gefühle, welche an manchen Stellen vielleicht sogar etwas zum Kitsch neigten, aber auch dies wirkte irgendwie passend, weshalb ich mich damit gut arrangieren konnte, auch wenn ich eigentlich kein so großer Freund davon bin.
Ich habe lange mit mir gerungen, welche Bewertung ich dem Buch nun gebe. Da ich es im Vergleich mit den beiden Vorgängern aber doch etwas schwächer fand, habe ich mich für sehr gute 4 Sterne entschieden. Dieses Urteil mag vielleicht auch durch meine bereits sehr hohen Erwartungen beeinflusst sein. So oder so: Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die große Gefühle gemischt mit fantastischen Wesen mögen.


(4/5)

Montag, 13. Juni 2016

[Kurzrezension] Du und ich bis ans Ende der Welt von Jessica A. Redmerski

Auch als eBook erhältlich

Wenn alles zerbricht, bleibt noch immer die Liebe ...

Camryn Bennett war noch nie glücklicher. Vor einem halben Jahr hat sie in einem Greyhound-Bus ihre große Liebe Andrew Parrish getroffen. Sie kann es kaum erwarten, den Rest ihres Lebens mit ihm zu verbringen – bis ein tragisches Ereignis ihr den Boden unter den Füßen wegzieht. Andrew versteht nicht, warum gerade Camryn und ihm das Schicksal so übel mitspielt. Er fürchtet, dass seine Freundin an ihrem Schmerz zu zerbrechen droht – und fasst einen Entschluss. Er wird für die Liebe seines Lebens kämpfen. Doch um die Hoffnung und Leidenschaft wiederzufinden, müssen die beiden auf eine Reise dorthin, wo alles begann … (Quelle: Random House)



Vorweg sollte ich wohl erwähnen, dass ich dieses Buch ohne Kenntnis von Band 1 gelesen habe. Denn leider habe ich erst zu spät zufällig entdeckt, dass es der Nachfolger zu „Wenn du mich küsst dreht die Welt sich langsamer“ ist. Auf der Verlagsseite konnte ich leider keinen Hinweis darauf entdecken. Auch im Nachhinein nicht. Schade... aber vielleicht gar nicht mal so verkehrt.
Den Einstieg in die Geschichte und etwa die ersten 100 Seiten fand ich wirklich gut und es schürte in mir die Erwartung auf ein hochemotionales Buch. Der Schicksalsschlag, welchen die beiden Protagonisten erleiden ist nämlich wirklich nicht ohne. Leider spielt er gar keine so richtig große Rolle. Oder besser gesagt ist er durchgängig präsent, aber wirkt irgendwie total nebensächlich. Leider kann ich nicht genauer darauf eingehen ohne zu viel zu verraten.
Nach diesem Anfang verlor die Autorin mich von Seite zu Seite mehr. Die Geschichte hatte zwar definitiv ihre Momente, allerdings gewann ich immer mehr das Gefühl, dass es irgendwie ziellose Aneinanderreihungen von mehr oder weniger interessanten Ereignissen war. Ich habe bis zur letzten Seite dann auf den „AHA-Effekt“ gewartet, welcher aber irgendwie nicht kam. Nach beenden der Geschichte weiß ich noch immer nicht so wirklich, was die Autorin mit diesem Buch auf so vielen Seiten erreichen wollte.
Die Gewichtung der Ereignisse fand ich auch sehr seltsam. Bereits erwähnter Schicksalsschlag wurde in verhältnismäßig wenigen Seiten abgehandelt, während Gedanken darüber wie viel denn nun für eine Kette bezahlt wurde gefühlt 2 komplette Kapitel einnahm.
Insgesamt fand ich das Buch wirklich nicht besonders. Man konnte es einfach so weglesen ohne groß den Kopf einschalten zu müssen. Ereignisse, die beschrieben wurden, spielten einige Seiten später nämlich schon keine Rolle mehr. In den letzten Tagen kam mir das zwar ganz recht, sollte ja aber nicht unbedingt der Sinn einer Geschichte sein, wie ich finde. Außerdem gab es einige Rückblenden auf Band 1, schätze ich, so dass ich mir vorstellen kann, dass das Buch für Leser, die bereits den Vorgänger kennen noch eine ganze Ecke langatmiger ist.
Wäre mir dieses „abwesende Lesen“ in der letzten Zeit nicht aufgrund einer recht stressigen Phase ,ehr als recht gekommen, wären es wohl nur 2 Sterne für diesen New-Adult-Roman geworden.

(3/5)

Donnerstag, 26. Mai 2016

[Kurzrezension] Märchen gegen das Vergessen von Marianne Vier & Lothar Schröer

Auch als eBook erhältlich

Ein Leuchten geht über das Gesicht, Erinnerungen werden wach, ein Gespräch ist möglich – wie schön, wieder in Kontakt mit dem demenzkranken Angehörigen zu kommen. Ein Märchen vorzulesen kann dabei eine effektive Hilfe sein. Es weckt Erinnerungen an die Kindheit und wird so zur Brücke in die Gegenwart. Märchen vorzulesen gibt außerdem die Möglichkeit, Demenzerkrankte von ihrer durch Unsicherheit und Unvollständigkeit geprägten Erfahrungswelt zu entlasten und zur Ruhe kommen zu lassen. Die ausgebildeten Märchenerzähler Marianne Vier und Lothar Schröer geben in diesem Buch ihre in jahrelanger Arbeit mit Demenzkranken erworbenen Erfahrungen weiter. Schritt für Schritt leiten sie leicht nachvollziehbar dazu an, beim Vorlesen ein für alle Seiten angenehmes und anregendes Erlebnis zu schaffen und darüber ins Gespräch zu kommen. Mit 40 zum Vorlesen und zusammen Erleben besonders aufbereiteten Märchen. (Quelle: Random House)



Auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden, als ich mich durch die die Neuerscheinungen der Verlagsgruppe Random House klickte und es ging mir danach nicht mehr aus dem Kopf. Es hörte sich einfach interessant und auch wirklich nützlich an.
Und genauso hat es sich dann auch bestätigt.
Als das Buch bei mir einzog, war ich sofort beim ersten Blättern absolut begeistert von der Aufmachung. Es enthält nämlich nicht einfach nur Märchen zum Vorlesen. Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung des folgenden Märchens, sodass man sich auch im Vorfeld kurz einlesen kann, worum es geht und auch woher das Märchen stammt und zum Teil welche hintergründe es hat. Das erleichtert auf jeden Fall die Auswahl eines geeigneten Märchens, sowie auch die Einleitung der Vorleseaktion. Die Einschätzung der Zeit, die man zum Vorlesen benötigt erfüllt den gleichen Zweck.
Die Märchen selbst sind in einer Länge verfasst, dass man im Schnitt 10-15 Minuten zum Vorlesen braucht, was auch eine sehr realistische Zeit ist, um die Aufmerksamkeit der Teilnehmer nicht auf halber Strecke zu verlieren. Die farbliche Gestaltung des Textes ist sehr gelungen und unterstützt das lebendige Vorlesen. Wörtliche Rede wird nämlich für jeden Sprecher in einer anderen Farbe dargestellt.
Besonders gut gefallen hat mir dann aber der Anhang zu jedem Märchen. Hier gibt es Anregungen für Gespräche, passende Lieder, Hinweise auf Gegenstände welche zum Märchen passen, Sprichwörter etc. Einen Ausklang bzw. Abschluss für die Gruppe zu finden fällt also leichter.
Da ich gerade meine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft mache, hat es sich ja geradezu angeboten, dieses Buch in der Praxis zu testen. Und was soll ich dazu sagen, außer das es ein voller Erfolg war? Und das obwohl ich mich nicht für einen großen Vorleser halte. 
Dass Märchen bei Demenzkranken funktionieren war natürlich schon im Vorfeld klar. Aber dieses Buch macht die Sache nochmal um einiges einfacher und nimmt soviel an Vorbereitung ab, dass "ich habe keine Zeit für so etwas" einfach keine Ausrede mehr ist. Mich wird es in meinem Beruf sicher noch häufig begleiten und auch die Kollegen werfen immer wieder gerne einen Blick hinein. Und wer weiß? Vielleicht bringt es mir sogar einen kleinen Pluspunkt fürs Examen nächstes Jahr!?

(5/5)

Dienstag, 24. Mai 2016

[Kurzrezension] Schattenrot von Sandra Florean

Auch als Taschenbuch erhältlich

Zwei Frauen. Zwei Welten. Eine Freundschaft. Seit Jahrhunderten herrscht Krieg zwischen Vampiren und genetisch mutierten Menschen, die eigens geschaffen wurden, um die Vampire zu vernichten. Als die unbändige Vampirin Kat der Seherin Seraphina begegnet, ahnt sie anfangs nicht, dass diese eine Mutantin ist. Obwohl sie aus verfeindeten Welten kommen, freunden sich die ungleichen Frauen an. Schon bald kommt Kat dadurch nicht nur einer jahrelangen Lüge auf die Spur, sondern muss sich ihren Gefühlen für ihren verhassten Schöpfer Victor stellen ... (Quelle: Bookshouse)



Nachdem ich die Nachtahn-Reihe von Sandra Florean geliebt habe, musste natürlich auch ihr neuestes Werk gleich zur Hand genommen werden. Keine Frage. 
Gleich beim Einstieg in das Buch merkte ich, dass es mir doch etwas schwer fiel, mich von den Nachtahnen zu distanzieren und ich regelrecht nach Parallelen suchte. Das war natürlich nicht gerade fair dieser neuen Geschichte gegenüber. Da ich aber sowieso regelrecht in eine Leseflaute rutschte, musste die Geschichte dann noch einmal beiseite gelegt werden und einige Tage später versuchte ich es dann erneut. 
Beim Neustart kam ich dann viel besser in die Geschichte rein, konnte mich auf die neuen Charaktere einlassen und wurde bald schon regelrecht in den Sog der Geschichte gezogen. Eben genau so, wie ich es von der Autorin gewohnt bin. Dafür sorgte nicht zuletzt der Schreibstil, der flüssig ist und einfach natürlich wirkt,
Die Geschichte an sich war auch mal wieder etwas völlig anderes, als das was ich bisher gelesen habe. Sie beinhaltete außerdem eine gesunde Mischung an neuen Ideen und Ansätzen, welche bereits aus der Nachtahn-Reihe bekannt sind. Das gab dem ganzen einen gewissen Wiedererkennungswert. 
Für meinen Geschmack hätte die Entwicklung der Beziehung zwischen Kat und Seraphina bereits etwas früher bzw. zügiger anlaufen können, denn auf diese hatte ich mich als Hauptthema der Geschichte gefreut. Aber auch so wusste Sandra gut zu unterhalten und hat die Handlung wieder sehr komplex gestaltet.
Die Charaktere waren gut ausgearbeitet und einige blieben bis über das Ende hinaus mysteriös und alles hat sich mir nicht erschlossen. Das ist in diesem Fall aber gar kein Kritikpunkt, denn die Geschichte ist und bleibt trotzdem schlüssig und dieses "unaufgedeckt" bleiben zeigt nur, dass man nicht alles im Leben mit Worten erklären, sondern manchmal auch einfach nur fühlen kann.
Die Startschwierigkeiten waren, wie sich herausstellte, allein mir und nicht der Geschichte zuzuschreiben, weswegen ich gar nicht lange überlegen musste, bevor ich diesem Buch die vollen 5 Sterne zuteilen konnte.

(5/5)

Mittwoch, 4. Mai 2016

[Kurzrezension] Violet - So hot von Monica Murphy

Auch als eBook erhältlich

Ich bin die mittlere Tochter, die Pflichtbewusste. Die, die sich für das Firmenimperium ihrer Familie aufopfert. Ich weiß nichts über Ryder McKay – nur, dass er in mir bisher ungekannte Gefühle weckt. Ich bin bereit, alles zu riskieren, nur um bei ihm zu sein – auch mein Herz und meine Seele. Alles.



Violet ist die erste der drei Fowler-Schwestern, welche wir als Leser in dieser Reihe begleiten dürfen. Sie hatte es nicht immer leicht im Leben, hat sich aber ihren Platz in der Firma erkämpft, sodass zumindest beruflich mittlerweile alles gut bei ihr läuft. Was ihr Privatleben angeht hat sie allerdings deutliche Probleme in Sachen Beziehungen. Die besten Erfahrungen hat sie bisher nämlich damit nicht gemacht.
Auslöser für die Entwicklung der Geschichte ist eine Intrige, welche es in sich hat. Bzw. haben könnte, denn hier verschenkt die Autorin meiner Meinung nach sehr viel Potenzial. Auf den rund 500 Seiten des Romans scheint es nämlich zwischenzeitlich so, als hätten alle aus den Augen verloren, wodurch es überhaupt erst zu den Entwicklungen kam. Stattdessen wird es immer mal wieder aufgegriffen, bleibt aber letztendlich doch eher unbedeutend in der Luft hängen.
Die Geschichte an sich lebt natürlich, wie das Genre nahe legt, zum großen Teil auch von den erotischen Szenen, welche sich zwischen Violet und Ryder abspielen. Nicht nur hier beweist die Autorin ein Händchen für die richtige Wortwahl. Denn insgesamt schreibt sie sehr direkt und flüssig, sodass ihr Roman ein sehr kurzweiliges Erlebnis ist und mir der Umfang gar nicht so bewusst war.
Dennoch hätte man vielleicht auf das ein oder andere Detail der sexuellen Begegnungen verzichten können und stattdessen mehr auf die Gefühle der beiden zueinander eingehen können. Wobei dies auch etwas falsch ausgedrückt ist. Denn "gesagt" wird oft genug etwas dazu, dennoch hat die Autorin es nicht geschafft, mich die Liebe auch spüren zu lassen und es blieb durch die vielen Beschreibungen der sexuellen Erlebnisse dann doch etwas oberflächlich.
Violet als Protagionistin war nun nicht gerade meine Favoritin, denn irgendwie war sie mir zu "langweilig". Auch hier wieder ist es vielleicht nicht ganz das richtige Wort. Denn natürlich sind die Praktiken auf welche sie sich mit Ryder einlässt alles andere als langweilig. Dennoch war Violet mir einfach zu glatt und zu vorhersehbar. Mir fehlte ihr Widerstand und ihr Rückgrat, dass ihr zu einer guten Stellung in der Firma verholfen haben soll. Die Art, wie sie alles mit sich machen lässt und es einfach so hinnimmt konnte sie mir nicht gerade nahe bringen.
Alles in allem ein kurzweiliger Roman, in welchem viel Potenzial steckte und der meine Hoffnung auf die anderen beiden Schwestern schürt.

(3/5)

Donnerstag, 28. April 2016

[Kurzrezension] Vertrauen für Anfänger von Ani Rid & Ellie Sandberg


Das erste Zusammentreffen zwischen Elias und Christian läuft alles andere als optimal. Eigentlich trennt die beiden weit mehr, als sie verbindet und trotzdem werden sie Freunde, leben schließlich zusammen in einer WG.
Elias wirkt nach außen hin souverän, allerdings hat er sein Vertrauen und den Glauben an die Liebe vor langer Zeit verloren. Die Gefühle, die er im Laufe der Zeit für Christian entwickelt, will er nicht wahrhaben und steht ihnen dennoch hilflos gegenüber.
Christian hingegen hat sein Leben auf einer Lüge aufgebaut und hält sich verzweifelt daran fest, um nicht noch den letzten Rest seiner Sicherheit zu verlieren. Er ist zutiefst verunsichert und beginnt langsam, seine bisherige Einstellung zu überdenken.
Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein Happy End oder? (Quelle: BookRix)



Mit dem Genre Gay Romance habe ich bisher ja eher weniger Erfahrung. Während meiner Wartezeit auf das Erscheinen von Jessica Sorensens Seth & Greyson, hatte ich dann aber wirklich Luist drauf, etwas in die Richtung zu lesen und bin dabei auf dieses kurze (momentan) kostenlose eBook gestoßen. 
Sowohl der Klappentext hatte mich angesprochen, als auch das Cover, welches irgendwie schon deutlich machte, dass hier Gegensätze auf einander treffen werden. Das hatte mich neugierig gemacht.
Ich habe mir das eBook dann auch genau zum richtigen Zeitpunkt zur Hand genommen. Nämlich an einem kalten, verregneten Sonntag Nachmittag. Eingemummelt in eine Decke und mit einem dampfenden Tee neben mir, war es genau der richtige Begleiter. Die beiden Autorinnen haben hier nämlich eine süße kleine Geschichte geschaffen, bei der einem auch richtig warm ums Herz werden konnte.
Obwohl man von Anfang an ahnt, wie es enden wird, hat es doch Spaß gemacht, die beiden Protagonisten auf ihrem Weg dorthin zu begleiten und ihre Vergangenheit und ihre damit verbundenen Sorgen kennen zu lernen. Es gibt einige Umwege auf dem Weg zum Glück, allerdings wirkte es nicht künstlich in die Länge gezogen, sondern ich könnte mir gut vorstellen, dass es sich auch in Wirklichkeit genau so abspielen könnte.
Das Buch hat mich gerade mal 2 Stunden begleitet und doch habe ich mich den Charakteren näher und verbundener gefühlt, als bei so manchem Buch mit 200, 300 oder gar 400 Seiten mehr.
Fazit also: Genau der richtige Begleiter für einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch.

(5/5)

Mittwoch, 27. April 2016

[Kurzrezension] Der Weg ins Labyrinth von Holly Black & Cassandra Clare

Auch als eBook erhältlich

Callum hat es nicht leicht: Er hat ein lahmes Bein, zu viel Grips, ein loses Mundwerk und ist dazu auch noch erst 12 Jahre alt. Und außerdem ein angehender Zauberlehrling. Im Magisterium von Master Rufus soll er die Geheimnisse der Magie erkunden. Doch weder die Schule noch der Meister wirken besonders vertrauenerweckend. Und Callum soll Recht behalten: Das erste Schuljahr entwickelt sich zu einer echten Herausforderung. Gut dass der junge Magier neue Freunde findet, die ihm bei seinen unheimlichen Abenteuern beistehen. "Magisterium: Der Weg ins Labyrinth" ist der Auftakt einer neuen Buchreihe von Cassandra Clare und Holly Black.



Als dieses Buch erschienen ist, wollte ich es eigentlich unbedingt sofort haben und lesen. Das lag zum einen am Cover, dass natürlich schon allein dadurch, dass es kein "richtig" oder "falsch" herum zu geben schein, einen zweiten Blick provoziert. Zum anderen zog natürlich das Autorenduo. Cassandra Clare konnte mich mit ihren Reihen um die Schattenjäger schon sehr begeistern. Auch wenn ich von Holly Black noch nichts gelesen hatte, war doch auch ihr Name ein Begriff in Zusammenhang mit Büchern, welche mich auch interessieren.
Nachdem dann aber unter den ersten Rezension doch auch relativ viele skeptische Meinungen waren, die von einem "Harry Potter Abklatsch" sprachen, wurde ich etwas geduldiger, was das Buch angeht und beschloss, es erst einmal aufzuschieben.
Und das war, denke ich, genau die richtige Entscheidung. Hätte ich es seinerzeit mit diesen Meinungen ganz aktuell im Hinterkopf gelesen, hätte es mir vielleicht weniger gefallen. So aber, mit 1 1/2 Jahren Pause, in welcher ich etwas Abstand von den verbreiteten Meinungen nehmen konnte, hat es mir wirklich gut gefallen. Es ließe sich leicht lesen und konnte mich gut unterhalten. Ebenso gab es ein, zwei Wendungen welche mich richtig überraschen konnten und stellenweise wurde es auch richtig spannend. 
Zu Harry Potter konnte ich, abgesehen davon, dass es eben ein junges Zauberer-Trio ist, das aus zwei Jungen und einem Mädchen besteht nun auch nicht allzu viele Parallelen finden. Viel mehr musste ich zeitweise, aufgrund der Missionen, die außerhalb des Magisteriums vergeben werden, an Percy Jackson denken. Aber auch hier nicht in einer negativen Weise, welche mit Abschreiben zu tun hätte.
Das einzige, was ich tatsächlich negatives sagen kann, ist dass mir Callum als Protagonist nie wirklich sympathisch wurde und auf mich immer sehr herablassend wirkte. Und was mich doch sehr nervte war die Tatsache, wie oft sein lahmes Bein erwähnt wurde.
Alles in allem aber ein Lesespaß, bei dem ich mich sicherlich auch bald auf Band 2 einlassen werde.

(4/5)

Dienstag, 26. April 2016

[Kurzrezension] Die Diablerie bittet zum Sterben von Derek Landy

Auch als Hardcover oder Taschenbuch erhältlich

Ein Teleporter nach dem anderen wird umgebracht. Wer steckt dahinter? Und was bezwecken der oder die Mörder?
Gut, dass Stephanie ihr Spiegelbild hat, das für sie in die Schule geht und die Hausaufgaben macht. Denn wer kann sich schon vormittags auf Geometrie konzentrieren, wenn er nachmittags noch eine Mordserie aufklären muss?

In ihrem neuesten Fall müssen Skulduggery und Stephanie einen jungen Teleporter namens Fletcher Renn beschützen. Dumm nur, dass der sich als größte Nervensäge auf Erden entpuppt – und dass ihnen nicht nur die Diablerie im Nacken sitzt, sondern auch Remus Crux, der tollpatschigste Detektiv, den die Welt je gesehen hat. Der glaubt doch allen Ernstes, Skulduggery selbst sei der Teleporter-Mörder!



Es war mal wieder Zeit für einen Ausflug zu Walküre, Skulduggery und ihren Freunden (und Feinden). Obwohl zwischen Band 2 und 3 nun eine etwas längere Pause lag, kam ich auch hier sehr schnell und leicht wieder ins Geschehen rein. 
Auch in diesem dritten Teil der Reihe trifft man als Leser wieder auf viele alte Bekannte, ebenso wie neue Zeitgenossen. Obwohl sich die Charaktere oft ziemlich häufen, fällt es doch meist sehr leicht, sie auseinander zu halten. Denn auch wenn sie alle aus der gleichen Welt und Feder stammen ist doch jeder von ihnen einzigartig und auf seine Weise auch spannend. 
Dieser Teil wartet wieder mit viel Humor (hauptsächlich in Form von Sarkasmus und richtig "trockenen" Dialogen) auf, welcher voll meinen Nerv trifft. Allein schon deswegen hat es mir die Reihe wirklich angetan.
Ich habe das Gefühl, dass die Reihe von Buch zu Buch besser wird und somit war dieser auch meiun bisheriger Lieblingsband. Und das, obwohl es in vielen Hinsichten auch eher eine Art Vorbereitung auf das weitere Geschehen in den folgenden Büchern ist. Sei es nun das Spiegelbild, welches immer mehr Eigendynamik entwickelt und bei dem ich mir sicher bin, dass es irgendwann nochmal eine größere Rolle einnehmen wird oder aber auch das Ende, zu dem ich nun selbstverständlich nichts großartig sagen werde, außer: Am besten ihr haltet Band 4 gleich im Anschluss bereit.

(4/5)

Samstag, 23. April 2016

[Kurzrezension] Memory - Stadt der Träume von Christoph Marzi


Jude Finney hat eine besondere Fähigkeit: Er kann die Träume der Toten sehen. Auf dem Highgate Cemetery, in einer Welt zwischen Realität und Traum, begegnet er der geheimnisvollen Story, einem Mädchen, das tausend Geschichten kennt, aber sich an seine eigene nicht erinnern kann. Jude ahnt, dass Story noch lebt, irgendwo in den Straßen von London. Und dass es höchste Zeit wird, sie zu finden. (Quelle: Arena)



Unter dem Buchtitel Memory in Verbindung mit dem Klappentext hatte ich mir intuitiv eine Geschichte mit/über Engel vorgestellt. Und auch wenn in einer gewissen Form (welche ich natürlich nun nicht verraten möchte) sehr wohl "Engel" eine Rolle spielen, überraschte mich der Autor mit dem tatsächlichen Thema der Geschichte. Das ist wohl der Vorteil, wenn man einfach aufgrund des Autors zu einem Buch greift und sich im Vorfeld nicht allzu viel darüber informiert.
Memory ist nämlich auf die Wunschliste gewandert, gleich nachdem ich Heaven beendet hatte. In der Zwischenzeit habe ich auch noch Grimm von dem Autor gelesen und somit kann ich einen kleinen Vergleich ziehen.
Im Gegensatz zu den anderen beiden Büchern, fand ich dieses um einiges "ruhiger" und weniger düster (trotz der Handlungsorte). Das ist gar nicht mal schlecht, denn nur weil es im Tempo etwas langsamer ist, heißt es ja nicht, dass es schlecht ist. Allgemein hat mir gerade dieses ruhige hier gut gefallen. Es blieb immer mal Zeit für eine gute Geschichte, die erzählt wurde. Und gerade diese Legenden haben für mich den besonderen Charme des Buchs ausgemacht.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, wenn auch manche Formulierungen irgendwie "doppelt" wirkten (blühende Blüten, kühle Kälte). Alles in allem behaupte ich aber, dass man den persönlichen Stil des Autors wieder erkennt.
Das einzige, was ich etwas schade fand, war wieder einmal, dass das Ende so kurz gehalten war. Plötzlich löste sich alles ganz schnell auf und schon war man auf der letzten Seite. Dabei hätte es noch einiges an Potenzial gegeben, was die Hintergrundgeschichten angeht. Ich hätte gerne noch etwas mehr über einige der Charaktere erfahren und darüber, was es für Auswirkungen auf die Zukunft hat.
Aber man kann eben nicht alles haben und Bücher sind keine Wunschkonzerte. Alles in allem hat mir dieses aber auch wieder sehr gut gefallen und ich bin noch immer froh, den Autor mehr zufällig entdeckt zu haben.

(4/5)