Samstag, 23. April 2016

[Kurzrezension] Memory - Stadt der Träume von Christoph Marzi


Jude Finney hat eine besondere Fähigkeit: Er kann die Träume der Toten sehen. Auf dem Highgate Cemetery, in einer Welt zwischen Realität und Traum, begegnet er der geheimnisvollen Story, einem Mädchen, das tausend Geschichten kennt, aber sich an seine eigene nicht erinnern kann. Jude ahnt, dass Story noch lebt, irgendwo in den Straßen von London. Und dass es höchste Zeit wird, sie zu finden. (Quelle: Arena)



Unter dem Buchtitel Memory in Verbindung mit dem Klappentext hatte ich mir intuitiv eine Geschichte mit/über Engel vorgestellt. Und auch wenn in einer gewissen Form (welche ich natürlich nun nicht verraten möchte) sehr wohl "Engel" eine Rolle spielen, überraschte mich der Autor mit dem tatsächlichen Thema der Geschichte. Das ist wohl der Vorteil, wenn man einfach aufgrund des Autors zu einem Buch greift und sich im Vorfeld nicht allzu viel darüber informiert.
Memory ist nämlich auf die Wunschliste gewandert, gleich nachdem ich Heaven beendet hatte. In der Zwischenzeit habe ich auch noch Grimm von dem Autor gelesen und somit kann ich einen kleinen Vergleich ziehen.
Im Gegensatz zu den anderen beiden Büchern, fand ich dieses um einiges "ruhiger" und weniger düster (trotz der Handlungsorte). Das ist gar nicht mal schlecht, denn nur weil es im Tempo etwas langsamer ist, heißt es ja nicht, dass es schlecht ist. Allgemein hat mir gerade dieses ruhige hier gut gefallen. Es blieb immer mal Zeit für eine gute Geschichte, die erzählt wurde. Und gerade diese Legenden haben für mich den besonderen Charme des Buchs ausgemacht.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, wenn auch manche Formulierungen irgendwie "doppelt" wirkten (blühende Blüten, kühle Kälte). Alles in allem behaupte ich aber, dass man den persönlichen Stil des Autors wieder erkennt.
Das einzige, was ich etwas schade fand, war wieder einmal, dass das Ende so kurz gehalten war. Plötzlich löste sich alles ganz schnell auf und schon war man auf der letzten Seite. Dabei hätte es noch einiges an Potenzial gegeben, was die Hintergrundgeschichten angeht. Ich hätte gerne noch etwas mehr über einige der Charaktere erfahren und darüber, was es für Auswirkungen auf die Zukunft hat.
Aber man kann eben nicht alles haben und Bücher sind keine Wunschkonzerte. Alles in allem hat mir dieses aber auch wieder sehr gut gefallen und ich bin noch immer froh, den Autor mehr zufällig entdeckt zu haben.

(4/5)

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