Freitag, 30. Mai 2014

[Rezension] 'Der Seelenbrecher' von Sebastian Fitzek

Sie wurden nicht vergewaltigt. Nicht gefoltert. Nicht getötet. Ihnen geschah viel Schlimmeres ...

Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den »Seelenbrecher« nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. In der Nacht des Grauens, die nun folgt, zeigt der Seelenbrecher, dass es kein Entkommen gibt …
Quelle: Droemer Knaur


Zuerst einmal muss hier gesagt sein, dass ich die Ausgabe zum Welttag des Buches bekommen habe und somit erst einmal ein sehr kleines Cover geboten bekommen habe, was ich auch gar nicht genauer betrachtet habe. An einer bestimmten Stelle des Buches habe ich das Buch dann aber doch noch einmal zugeschlagen, um dem Cover einen genaueren Blick zu widmen. Ich entdeckte aber nicht das, was ich nach dieser Textstelle erwartet hatte. Mehr möchte ich dazu aber auch gar nicht vorweg nehmen. 
Trotzdem finde ich das Cover recht passend zum Titel, wenn es auch für mich nicht unbedingt ein Kaufgrund wäre.

Der Klappentext hingegen hat mich gleich neugierig gemacht, sodass es gar nicht lange gedauert hat, bis ich das Buch zur Hand nahm, nachdem ich es von einer netten Buchschenkerin bekommen hatte.


Wer meinen Blog verfolgt, wird wissen, dass ich nicht allzu häufig Thriller lese. Noch dazu war dieses (ja, ich gebe es zu) mein erster Fitzek.
Mit dem Aufbau hat er mich gleich in seinen Bann ziehen können.
Im Grunde gibt es zwei Handlungsstränge.
Zum einen verfolgen wir einen Professor, der mit seinen Studenten ein Experiment durchführen möchte. Diese lesen, und dies empfand ich als zweiten Handlungsstrang, in diesem Rahmen eine Patientenakte.
Wie diese beiden Stränge hinterher zusammenführen, war für mich zu erwarten, was aber nicht unbedingt dafür sorgte, dass das Buch an Spannung einbüßte. 

Mein Hauptaugenmerk möchte ich hier auf die Akte konzentrieren. 
Schon allein der Aufbau hier hat mich gefesselt, denn die Kapitel sind in eine Art Countdown bis zur Angst unterteilt.
Das hat die Spannung enorm gehoben, denn natürlich wollte man erfahren, was denn nun diese 'Angst' ist.

Obwohl man den vermeintlichen Täter beinahe von Anfang an kennt, kam ich nicht darum herum, trotzdem wild in der Gegend herum zu verdächtigen, was ich als einen sehr großen Pluspunkt ansah, da ich hier erst mit Langeweile rechnete.
Ob es sich nun lohnt, Verdächtigungen zu äußern? Nun, das müsst ihr schon selbst herausfinden.

Allzu viel möchte ich an dieser Stelle zum Inhalt auch gar nicht hinzufügen, denn ich empfand das Buch als sehr spannend und möchte euch davon nichts nehmen.
Bewertung: 4/5


Der Schreibstil war zumeist sehr flüssig und auch angenehm zu lesen. 
Wie von einem Psychothriller, der in einer psychiatrischen Klinik spielt zu erwarten, gab es natürlich auch ein paar Fachbegriffe. Diese werden aber immer gut und für jeden verständlich erklärt, sodass sie keine Barriere darstellen.
Einzig ein paar Sätze sind mir etwas negativ aufgefallen. Sebastian Fitzek benutzt hier eine Art von Metaphern, die für mich etwas zu 'geschwollen' wirkten, sich aber durch das gesamte Buch zogen.
Den Lesefluss konnte das aber höchstens kurz unterbrechen, denn dieser war für mich permanent gegeben, schon allein weil man auf eben diesen Moment der Angst hinarbeitete und ihm meist nur in kleinen Schritten von ca. 10 Minuten entgegen kam.
Man musste einfach weiterlesen, um endlich diesen Punkt zu erreichen. Doch auch danach hielt die Spannung mich in einem rasanten Lesetempo gefangen.
Bewertung: 4/5


Die Charaktere in diesem Psychothriller waren sehr individuell gestaltet, sodass man sie gut auseinander halten konnte.
Die Angst und Unsicherheiten, die die Charaktere während ihrer Isolation von der Außenwelt empfinden, konnte ich sehr gut miterleben, weshalb mich der Thriller wohl auch so fesselte.

Die Charaktere selbst fand ich großteils überzeugend.
Bei Caspar stieß mir seine 'Allwissenheit' ein wenig sauer auf, auch wenn im Laufe des Buches geklärt wird, warum es denn so ist. Ansonsten konnte ich aber gut mit ihm als Protagonisten mitfühlen und habe seine Geschichte mit Spannung verfolgt.

Auf alle Charaktere einzeln einzugehen, würde wohl eindeutig zu viel verraten, aber gesagt sein soll noch, dass zu meinen Lieblingscharakteren Greta und Tom gehörten.
Greta einfach, weil sie so ist, wie sie ist und Tom Schadeck, weil er auf mich noch am authentischsten wirkte.
Er war zwar vielleicht etwas übertrieben dargestellt, aber immerhin ist er der einzige, der nicht blind einem doch recht fragwürdigen 'Anführer' folgt. 
Bewertung: 3,5/4


Zwar mein erster, aber sicherlich nicht letzter Fitzek. 
Etwas überzeichnete Charaktere, die in eine Klinik eingesperrt werden und sich ihren Ängsten stellen müssen, scheinen eine gut Kombination für Spannung zu sein.


Kommentare:

  1. Hallöchen,

    Seelenbrecher war das Buch, dass mich von Sebastian Fitzek überzeugt hat.
    Ich war so gebannt von der Geschichte, dass ich es einfach nicht beiseite legen wollte.

    Liebe Grüße
    Grinsemietz

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    1. So ähnlich ging es mir auch und ich freue mich schon auf meinen nächsten Fitzek, obwohl ich schon häufiger jetzt gehört hab, dass da keiner so recht wie der andere sein soll, was die 'Qualität' betrifft. Aber das werde ich ja dann nach und nach feststellen :)
      LG,
      Steffi

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  2. Von Fitzek hab ich bisher nur Noah gelesen, und seine anderen Thriller sollen ja ganz anders sein! Das hier klingt nach einem Buch, das genau das Richtige für mich wäre - tolle Rezi!

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    1. Danke :) Noah kenne ich noch nicht, steht aber schon gefühlte Ewigkeiten auf meiner WuLi (seit Erscheinen glaube ich). Mal sehen, wann es dann endlich mal mit mir nach hause kommen darf ;)
      LG,
      Steffi

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  3. Hallo,
    ich liebe die Bücher von Fitzek. Ich habe aber auch noch einige vor mir, u.a. dieses hier. Klingt toll und ich freu mich drauf.

    Liebe Grüße, Julia

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    1. Hallo Julia :)
      Na, da bin ich dann schon einmal gespannt, was du zum Seelenbrecher sagen wirst, wenn es dann soweit ist :)
      LG;
      Steffi

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  4. Ein toller Autor, ich mag seine Bücher.

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    1. Ich bin auf die anderen auch noch total gespannt :)

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  5. Hallo Somaya,

    ich habe das Buch vor langer Zeit gelesen und war irgendwie nicht so begeistert davon. Ich bin damit einfach nicht warm geworden. Ich habe mir seitdem auch vorgenommen, Fitzek noch eine Chance zu geben. Aber bisher habe ich es noch nicht geschafft. Na ja, ein paar Bücher liegen noch von ihm hier rum...

    Lieben Gruß
    Steffi

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