Dienstag, 23. Dezember 2014

[Kurzmeinung] "Schneeballflirt und Weihnachtszauber" von Sissi Flegel

Titel: Schneeballflirt und Weihnachtszauber

Autor: Sissi Flegel

Verlag: cbj

Seiten: 296

Erschienen: Oktober 2013

Inhalt:

Eine Liebesgeschichte in 24 Kapiteln

Bei Katinka wird Weihnachten dieses Jahr ausfallen! Sie hat Liebeskummer und keine Lust auf Familientrubel und Feiertagsidylle. Gemeinsam mit Cousine Melli, die die neue Freundin ihres geschiedenen Vaters boykottiert, will sie heimlich in ein Jugendhotel nach Berlin fahren. Doch es ist gar nicht so einfach, auf dem Marktplatz mit selbstgebastelten Strohsternen und Weihnachtsliedern aus der Mundharmonika das nötige Geld zusammen zu bekommen … Erst recht nicht, wenn sich in direkter Nachbarschaft ein Junge mit Trompete aufstellt, da kann er noch so süß sein!
Quelle: Random House

Meine Meinung:

"Schneeballflirt und Weihnachtszauber" ist ein Titel, der geradezu danach schrie, noch dieses Jahr gelesen zu werden, bevor es wieder ein ganzes Jahr lang nicht passen würde. Dass die Geschichte mit 24 Kapiteln wunderbar als Adventskalender taugt, habe ich einfach mal ignoriert, denn dazu war es etwas zu spät, als ich am 22. Dezember mit dem Buch begann.
Ich habe es also an einem Stück weg gelesen und vielleicht lag genau da mein Fehler. In kleinen Häppchen wäre Protagonistin Katinka vielleicht deutlich erträglicher gewesen. So aber war sie mir einfach zu viel. Klar, sie ist erst 13 und darf dadurch etwas kindlich und auch "nervig" sein, aber so egoistisch und mit null Einfühlungsvermögen, wie sie sich darstellt, konnte ich einfach nicht warm mit ihr werden. Auch ihre Art über die Liebe zu sprechen, passte in meinen Augen nicht wirklich zu einem Mädchen ihres Alters. Am meisten störte mich an ihr allerdings, dass sie erwartete, die ganze Welt möge sich für sie und ihre Probleme interessieren. Wenn es dann aber mal jemand anderem, insbesondere ihrer Cousine, schlecht ging, wurde diese abgewimmelt und als Heulsuse abgestempelt. 
Was mir auch nicht wirklich gefallen hat, war das selbstverständliche Vertrauen, dass Katinka zu Würstchenverkäufer Ferdi hat. In einer Weihnachtsgeschichte natürlich auf der einen Seite eine schöne Symbolik, auf der anderen Seite als Vorbild für junge Mädchen eher fraglich in meinen Augen.
Schade, dass die Protagonistin für mich so schlecht erträglich war, denn die Idee der Geschichte fand ich wirklich gut und hatte einige witzige und herzerwärmende Begebenheiten in Sachen Großfamilie und Familienzusammenführung erwartet. Die gelang der Autorin allerdings nur an sehr wenigen Stellen mir zu vermitteln.
Der Schreibstil war auf jeden Fall sehr einfach und der Zielgruppe angepasst. Allerdings gefallen mir umgangssprachliche Begriffe und Ausdrücke wie zum Beispiel "dass sie echt keinen Bock hatte" oder "übern Hof" in Romanen nicht besonders. Auch wenn dieser für junge Mädchen geschrieben wurde, hatte ich doch etwas mehr "korrekte" Formulierungen erwartet, wenn es sich nicht gerade um die wörtliche Rede handelte.
Mir hat "Schneeballflirt und Weihnachtswunder" also wirklich gar nicht zugesagt. Schade. Da ich aber die Idee gut fand und mir vorstellen kann, dass es junge Mädchen, die ja die eigentliche Zielgruppe sind, besser unterhalten kann als mich, bekommt dieses Adventsbuch gut gemeinte 2/5 Sternen.

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