Freitag, 7. August 2015

A little too far von Lisa Desrochers

Auch als eBook erhältlich

Wie konnte das passieren? Wie konnten sie so weit gehen? Ihr Stiefbruder Trent war doch immer Lexis bester Freund und engster Vertrauter. Fluchtartig verlässt Lexi ihre Familie und bricht zu einem Auslandsjahr in Rom auf. Aber auch Tausende von Kilometern entfernt und trotz des attraktiven Alessandro schafft sie es nicht, den Mann, den sie nicht haben kann, zu vergessen . . .


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Mein erster Eindruck, als ich das Buch begonnen habe, war wirklich positiv. Der Schreibstil war locker und passend zum Genre. Eben genau das, was ich erwartet hatte. Leider hielt dieses Gefühl aber nicht länger als bis zum zweiten Kapitel.
Hier fiel mir nämlich zum ersten Mal die Wortwahl negativ auf. Ich weiß nun natürlich nicht, ob die Autorin es hier zu gewollt jung verfasst hat oder ob es an der Übersetzung liegt. Da ich aber nun einmal die deutsche Ausgabe gelesen habe, werde ich auch eben zu dieser meine Meinung verfassen und da fällt diese teilweise wirklich einfach nur plumpe Wortwahl durchaus ins Gewicht. Abgesehen davon glaube ich auch nicht, dass die Jugendlichen von heute so sprechen. Oder habt ihr schon mal ein Gespräch geführt/aufgeschnappt, in dem in 4 von 5 Sätzen das Wort "durchnudeln" vorkommt? Nur um mal ein Beispiel zu nennen.
Auch bei den "Erotik"-Szenen führte die Wortwahl viel mehr zum Würgen und oder herzlichen Lachen, als das ich diese irgendwie als "prickelnd" empfand.
Nun war es aber leider nicht nur der Schreibstil, sondern auch Protagonistin Lexie, mit der ich absolut nicht warm werden konnte. Auf mich wirkte sie vollkommen vorlaut, selbstgefällig, teils egoistisch und unreif. Letzteres steht aber irgendwie im krassen Gegensatz dazu, dass sie während ihres Auslandsjahres allein in einem Apartment wohnt (und dort auch scheinbar gut zurecht kommt).
Aber Gegensätze bzw. wirres Hin un Her springen sind nicht unbedingt eine Seltenheit in dem Buch. Da wird vom Sie zum Du und wieder zurück gewechselt. Die Stiefmutter wird erst ständig Mom genannt, dann plötzlich ohne ersichtlichen Grund nur noch beim Vornamen. Erst heißt es "Ich war 15 1/2, als sie heirateten", zwei Seiten weiter dann "an meinem 15. Geburtstag, 5 Monate nach der Hochzeit". Solche Fehler können natürlich vorkommen, wenn sie sich aber häufen wird es unschön.
Auch den Geschichtsverlauf konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Das Ende hätte eigentlich auch schon nach den ersten 4 oder 5 Kapiteln eintreten können, wäre dann nicht weniger übertrieben gewesen und hatte in meinen Augen mit dem Rest der Geschichte eigentlich gar nicht so recht viel zu tun.
Trotzdem bin ich ganz froh über die "zweite Geschichte" gewesen, denn diese hat mir dann nach einiger Zeit richtig gut gefallen, sodass ich den Mittelteil sogar ganz gern gelesen habe. Allerdings fand ich es auch hier etwas unglaubwürdig wie perfekt und passend eines zum anderen kam, während Lexie nur von hübschen, perfekten Menschen umgeben war (ich übertreibe hier bewusst ein wenig). Auch an Lexies Gefühle konnte ich nicht wirklich glauben, da es durch die beiden "verbotenen" Männer eher so wirkte, als wäre sie ein verwöhntes Kind, das natürlich genau das haben will, was es nicht darf.
Lange war ich am Überlegen, ob mir dieses Buch wirklich 2 Sterne "wert" ist. Was mich letztlich vom "Ja" überzeugt hat, war neben der Tatsache, dass das Buch sich sehr leicht weglesen ließ, eine Entscheidung, die Lexie zum Ende hin getroffen hat, mit der sie mir tatsächlich etwas Respekt abgewinnen konnte und die ich ihr so nicht zugetraut hätte.
Obwohl es mich nicht richtig überzeugen konnte, würde ich das Buch weiterempfehlen: An Leserinnen, die vielleicht noch etwas jünger sind als ich, einer Protagonistin auch mal etwas selbstgefälliges Verhalten verzeihen können und vor allem Leuten, die auf der Suche nach wirklich leichter und erfrischender Sommerlektüre sind.

2/5

Kennt ihr das Buch? Wie hat es euch gefallen?
Würde es in euer "Beuteschema" fallen?

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